Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach

Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach
Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach

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Madamé Kali Dreadful ist eine erfahrene Domina aus Mönchengladbach, die sich um die Femdom-Szene verdient gemacht hat. Als Dozentin gibt sie ihr Wissen und ihre Erfahrung an andere weiter. In diesem Interview schildert sie die Veränderungen in der Domina-Branche und ordnet sie schonungslos ein.

Dieses Interview knüpft an ein Gespräch von vor einigen Jahren an. Was hat sich seitdem verändert? Wie blickt Madamé Kali Dreadful heute auf die Szene, auf ihre Arbeit und auf sich selbst? Und welche Konsequenzen zieht sie aus Entwicklungen, die sie kritisch sieht? Ein Gespräch über persönliche Erfahrungen, Grenzen und die Schattenseiten ihrer Tätigkeit.

Lady Sas: Liebe Kali, unser letztes Interview ist einige Jahre her. Was ist in der Zwischenzeit bei Dir passiert? Was gibt es Neues?

Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach: Wow – es waren turbolente und sehr intensive Jahre. Inzwischen erfreue ich mich an 18 Jahren Femdom Dasein und mein erstes 10 Jähriges Jubiläum als Domina und ich hab einen runden 40.ten Geburtstag vor mir. Also echte 40 werden, nochmal 18 sein und gleichzeitig ein 10-Jähriges. Wenn das kein Statement ist, weiß ich es auch nicht. 

In den letzten Jahren habe ich mich auch als Dozentin für BDSM und Fetischthemen weiterentwickelt und bilde inzwischen Privatpersonen und Profis aus. Das war ein weiterer sehr intensiver und spannender Reifeprozess, denn hier war mir besonders wichtig zunächst meine persönlichen Fähigkeiten und Wissen auf den Prüfstand zu stellen damit ich sicherstelle auch wirklich 100% vermitteln zu können.

Der Antrieb kam aus dem Studio Centric in Stuttgart, die Inhaberin Madame Lorett ist sicher noch einigen ein beständiger Begriff und die damalige Dozentin Herrin Leticia führte dort bis dato über viele Jahre die SM Akademie und bat mich für sie zu übernehmen und endlich mal zu starten. Ich war mir erst nicht sicher welches Konzept ich aufbauen möchte oder ob ich als Dozentin auch interagieren wollte. Ich war froh über die Unterstützung und den Zuspruch der Centric Ladys. Das war Motivation und Ansporn den ich brauchte. Als ich soweit war hab ich alle wichtigen Aspekte mit Madame Lorett (Studioleitung Studio Centric), Sanitätern und Ärtzen gegen gesprochen und mir den sogenannten „Segen“ abgeholt.

Jetzt bin ich die erste tourende Domina, die für alle Tourbezogenen Standorte persönliche Coachings, Workshops anbieten kann. Als Dankeschön gebe ich der Communitiy auch viel zurück und ermögliche mit SMart e.V., Easter Fetish Meeting und weiteren Gruppen, immer wieder kostenlose Workshops zu verschiedensten Themen.

Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach
Domina Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach

Madamé Kali Dreadful aus Mönchengladbach im Interview

Lady Sas: Wie hat sich die Szene und die Kundschaft in den letzten Jahren verändert? Mir fällt auf, dass immer mehr Damen Anzahlungen vorab verlangen. Wie ist das bei Dir?

Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach: Absolut richtig, die Veränderung ist in allen Facetten sehr deutlich spürbar. Einst war man froh wenn man überhaupt in Kontakt mit einer Domina gefunden hat und als Gast akzeptiert wurde. Das ist heute etwas völlig anderes. Das Angebot ist extrem und die Nachfrage entsprechend. Aber leider nicht so wie sie sein sollte, zumindest meiner persönlichen Meinung nach. BDSM steht heute kaum noch im traditionellen Sinn im Fokus.

Die Szene ist extrem verwandelt, verwaschen, verweichlicht, unachtsam, negativ und furchtbar erotisiert und leider auch unprofessionell. Dadurch leider auch weiter negativ stigmatisiert. Gesellschaftlich und natürlich auch politisch, das wundert mich nicht. Die Branche richtet sich quasi selbst zu Grunde. Die Philosophie mancher Damen zielt einfach auf eine „Schnell-Geld-Dominanz“ ab. Das ist nicht abwertened gemeint, nur passt dieses Konzept nicht mit dem Bild einer Domina zusammen. Es ist heute völlig normal von neuen Gästen nach Berührbarkeit und Sex gefragt zu werden. Aus der Sicht der Gäste ist das auch die neue Realität – Normalität. Der Gast sieht heute eine Domina oft mehr als eine Prostitutierte im BDSM Konsens, die eben etwas mehr kostet als der Besuch einer Dame im Bordell. Das ist eine alarmierende Entwicklung!

Nahbarkeit – Ja // Berührbakeit – auf keinen Fall (Füße für Fußliebhaber augenommen)! 

Denn hier verwechseln die meisten allein den Begriff: „ Berührbarkeit“ – „Nahbarkeit“ – „Unberührbarkeit“ – Auch Bizarre Damen und berührbare Dominas müssen sich jeden Tag damit auseinandersetzen den Herrschaften zu erklären das die Damen *selbst* entscheiden wie sie ihre Berührbarkeit definieren.

Daneben schätze ich Gäste, die die selben Werte teilen und Berührbarkeit bei einer Domina strikt ablehnen. Denn es gibt auch noch jene für die es seitens der Domina eine Grenzüberschreitung, ein Übergiff und ein sofortigen Kontaktabbruch zur Folge hätte, wenn diese zu Nah kommt…

Diese Tatsachen, ziehen auch viele „Tastenwixxer“ – „Spinner“ – und ja auch „Stalker“ an. Menschen die sich sogar in Foren verabreden, um sich auf eine Dame gezielt einzuschießen und Fake Termine aufladen und so unangenehm übergriffig auftreten, dass auch schon viele der wirklich guten Kolleginnen aufgegeben haben oder polizeilichen Schutz brauchten.

– Ja, durch diese Entwicklung und Erfahrungswerte ist eine Terminvereinbarung immer strikt an eine Anzahlung gebunden. Ich verschwende weder meine Zeit noch laufe ich Gefahr von Gästen respektlos behandelt zu werden. Wunderbar gelöst. Dafür habe ich auf meine Webseite eigens neue AGB entwickelt, um auch hier schon vorzugreifen. Ich bin gerne Femdom, ich bin aber auch gerne Domina und Dozentin – aber als selbstständige Person kann ich nicht alles kostenlos anbieten. Ich halte es wie eh und je: Ich verschenke meine Zeit, für meine Fähigkeiten und Erlebnisse, die ich ermögliche und sämtlichen Tätatä ausstatte und durch die Welt reise, dafür darf man auch Tribut zollen müssen.

Madamé Kali Dreadful ohne Dreads

Lady Sas: Wie hast Du Dich selbst verändert? 

Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach: Ich bin gereift, ich hab sicher graue Haare von den Spinnern, die mir oft den letzen Nerv geraubt haben. Appropos, meine Dreads habe ich aufgegeben, da sie der Länge wegen zuletzt wirklich schwer zu tragen waren. Meine Dreads und mein Name waren viele Jahre eng verwurzelt, nach der Typveränderung bin ich allerdings immer noch „Dreadful“ – ich hab soviel mit euch gelacht als die Frage aufkam: „Bist du dann noch Madamé Kali Dreadful?“ – Ja, klar – übersetzt bin ich immer noch und immer gerne auch  „Dreadful – die Schreckliche“. Ich bin aber auch kreativer geworden, ich bastel immer noch gerne an ausgefallen Dingen. Unfug, hatte ich immer drauf – das ist noch schlimmer geworden xD

Lady Sas: Gibt es eine zentrale Erkenntnis, die du in den letzten Jahren gewonnen hast?

Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach: Durch extremes Stalking wollte ich zeitweilig auch das Handtuch werfen und mich auch aus der Öffentlichkeit zurückziehen. Dazu kam ein Trauerfall, der mir alles abverlangte und dann ein weiterer dazu. Ich war längere Zeit wie vom Erdboden verschluckt. Es gab keinen einzigen Tag der sich in dieser Zeit erholsam anfühlte. Ich brauchte Luft. Es ist allgemein bekannt wie ich dazu kam überhaupt in die Öffentlichkeit zu treten und mich aktiv als Domina zu etablieren.

Ein Weg, mein Leben bewusst so zu gestalten, dass ich in allen Facetten 100% ich selbst sein kann und es sich in allen Zügen absolut lebendig anfühlt. Mein Disput war entsprechend zehrend. Gebe ich nach 10 Jahren wirklich auf?

Letztlich hab ich mich für andere Konsequenzen entschieden. Fremde Gäste bekommen keinen Termin mehr. Das ist für viele schade aber sicher auch nachvollziehbar. Ich bleibe beharrlich aktiv und lasse mir nichts verderben. Ich bin da, um zu bleiben. Ich bin da, um zu sein. Ich bin da, um von mir aus gerne – ein Störfaktor zu sein, an dem sich andere graue Haare verdienen können. Ist okay für mich!

Madamé Kali Dreadful über die Entwicklung der Femdom-Bewegung

Wie schätzt Du die Entwicklung der Femdom-Bewegung ein? Ist die Dynamik positiv oder nimmt das Interesse eher ab?

Madamé Kali Dreadful, Mönchengladbach: Ich hege eher viel Kontakt zu den „alten Hasen“ der Femdoms falls du den privaten Sektor meinst. In meinem Umfeld haben die meisten das Rentenalter erreicht, leben aber soweit es möglich ist immer noch aktiv alle dunkelbunten Facetten aus. Damals war ich noch das Küken unter den Mädels. Soweit ich das im Auge habe, hat die Dynamik hin und wieder einen Peak. Wobei ich auch bemerkte das es weniger D/S Bindungen im klassischen SM Verständnis sondern oft mehr ein Erleben wollen, ein Nervenkitzel für viele bedeutet sich mit diversen BDSM Inhalten und Fetischthemen zu befassen. Ob das zu einer Femdom Bewegung gehört, denke ich nicht.

Lady Sas: Danke für das Interview.

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FAQs

Wer ist Madamé Kali Dreadful?

Madamé Kali Dreadful ist eine erfahrene Domina aus Mönchengladbach mit über 18 Jahren Erfahrung im Bereich Femdom und BDSM. Neben ihrer Tätigkeit als Domina arbeitet sie auch als Dozentin und bietet Coachings sowie Workshops für Einsteiger und Fortgeschrittene an.

Was macht dieses Interview besonders?

Das Interview gibt einen ehrlichen und ungeschönten Einblick in die Entwicklung der BDSM- und Femdom-Szene. Madamé Kali Dreadful spricht offen über Veränderungen, Probleme wie Unprofessionalität und Grenzüberschreitungen sowie ihre persönlichen Konsequenzen daraus.

Wie hat sich die Domina-Szene in den letzten Jahren verändert?

Laut Madamé Kali Dreadful hat sich die Szene stark gewandelt: Traditionelle BDSM-Werte treten in den Hintergrund, während Kommerzialisierung, falsche Erwartungen und eine zunehmende Sexualisierung zunehmen. Dadurch entstehen auch mehr Missverständnisse zwischen Dominas und Gästen.

Warum verlangen viele Dominas Anzahlungen?

Anzahlungen dienen dem Schutz der Domina vor Fake-Terminen, respektlosem Verhalten und Zeitverlust. Aufgrund negativer Erfahrungen ist dies für viele professionelle Dominas inzwischen ein fester Bestandteil der Terminvereinbarung.

Was bedeutet „Berührbarkeit“ im BDSM-Kontext?

Berührbarkeit wird individuell von jeder Domina definiert und bedeutet nicht automatisch körperliche Nähe oder sexuelle Handlungen. Viele Dominas unterscheiden klar zwischen emotionaler Nähe und körperlicher Berührung und setzen hier bewusst Grenzen.

Welche Rolle spielt Ausbildung im BDSM-Bereich?

Professionelle Dominas wie Madamé Kali Dreadful bieten mittlerweile Workshops und Coachings an, um Wissen, Sicherheit und verantwortungsvollen Umgang mit BDSM-Praktiken zu vermitteln. Dies richtet sich sowohl an Privatpersonen als auch an Profis.

Warum ziehen sich manche Dominas aus der Öffentlichkeit zurück?

Negative Erfahrungen wie Stalking, respektloses Verhalten oder persönliche Belastungen führen dazu, dass sich einige Dominas zeitweise oder dauerhaft zurückziehen. Der Schutz der eigenen Grenzen und Sicherheit steht dabei im Vordergrund.

Wie entwickelt sich die Femdom-Bewegung aktuell?

Die Entwicklung ist gemischt: Während das Interesse an BDSM wächst, geht es oft weniger um klassische Dominanz- und Submissions-Dynamiken, sondern eher um kurzfristige Erfahrungen und Nervenkitzel. Eine klare „Femdom-Bewegung“ im traditionellen Sinne sieht Madamé Kali Dreadful daher nicht.

Von

Lady Sas ist Femdom- und BDSM-Autorin sowie Herausgeberin von Lady-Sas.com. Seit 2013 publiziert sie fundierte Guides, Interviews und Bücher zu Femdom, BDSM, Female-Led Relationships (FLR), Cuckolding, Keuschhaltung und Sissyfication. Ziel ihrer Arbeit ist es, zu informieren und zu inspirieren: Lady Sas ermutigt Frauen, ihre dominante Seite bewusst zu leben, und unterstützt Subs dabei, ihre Rolle zu finden, zu verstehen und mit Freude auszufüllen. Immer einvernehmlich, sicher und praxisnah.

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