Annabel Schöngott, Berlin

Bizarrlady Annabel Schöngott im Interview auf Lady-Sas.com
Bizarrlady Annabel Schöngott

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Annabel Schöngott ist Bizarrlady und Initiatorin von „WE ARE SEXWORKERS“. In diesem Interview spricht sie offen darüber, wie sich ihre weibliche Dominanz entwickelt hat. Außerdem erzählt Annabel, was sie am Nordischen Modell (Sexkaufverbot) kritisch sieht. Lese jetzt ein Gespräch über Macht, Nähe und die Frage, was ein Sexkaufverbot für die Betroffenen tatsächlich bedeuten würde.

Dieses Interview ist Teil unseres Domina Guide Deutschland und unseres Domina Berlin Guide.

Lady Sas: Liebe Annabel, bitte beschreibe uns, wie Du Dich zur Bizarrlady entwickelt hast.

Annabel Schöngott: Meine Interessen in der Kindheit sind ein wunderbares Synonym für meine Vorlieben als Erwachsene. So liebte ich es, zum Leidwesen meiner Eltern, hübsche Kleider zu tragen, damit in Waldbächen schmutzige Dämme zu bauen und auf den Brettern meiner Schulbühne zu stehen. Ich wollte Schlagzeug spielen, wünschte mir einen Werkzeugkasten zu Weihnachten und schlug mit dem Besitz von 19 Barbiepuppen den Klassenrekord. Dieser Facettenreichtum spiegelt sich jetzt in meiner Sexualität wieder. Es verging etwas Zeit bis mir diese Vielfalt bewusst wurde. Ich sehe diese Entwicklung als stolze Eroberung meiner persönlichen Sexualität und es hat sehr viel Spass gemacht, sie Stück für Stück zu entdecken. 

Experimentierfreudig und neugierig war ich schon immer und so bildete ich mich irgendwann im tantrischen Feld weiter. Damals  dachte ich, dass die submissive Seite mich stark prägt, noch ohne diese Überzeugung gezielt zu hinterfragen. Die Sozialisation eines konservativen weiblichen Rollenbildes durfte ich zu diesem Zeitpunkt erst noch abschütteln. Eines Tages motivierte mich eine Person zu switchen und das war der wundervolle Beginn meiner weiblichen Dominanz.

Eine neue grosse Welt tat sich mir auf und ich begriff Stück für Stück wie wundervoll weit und breit ich hier zu reisen begann. Recht zügig lebte ich meine neue Leidenschaft professionell aus. Im Studio Lux und dem Avalon konnte ich sehr viel lernen. Nach einem Jahr war mir dann klar: mein Herz brennt für die bizarre Dominanz. Mehr als für die klassische. Und wer hätte es gedacht – da schliesst sich der Kreis – ich liebe Rollenspiele, Gegensätze, das altbekannte Zuckerbrot mit der altbekannten Peitsche und ich bewege mich gern in schmutzigen Gefilden. Nähe. Intensität. Leidenschaft. Exploration. Intuition. Führung. Macht. Kontrolle. Gespickt mit einem emphatischen Sadismus. Meine Dominanz ist breit gefächert und frei von Verurteilung.

Bizarrlady Annabel Schöngott aus Berlin im Interview auf Lady-Sas.com.
Bizarrlady Annabel Schöngott aus Berlin im Interview

Bizarrlady Annabel Schöngott

Bizarrlady Annabel Schöngott, Berlin, NY City
Bizarrlady Annabel Schöngott, Berlin, NY City

Bizarrlady Annabel Schöngott im Interview

Lady Sas: Was verstehst Du unter einer Bizarrlady im Unterschied zu einer Domina?

Annabel Schöngott: Eine Bizarrlady ist eine berührbare Domina. Sie spielt den aktiven Part und lässt erotischen Körperkontakt im Rahmen von ihr gesetzten Grenzen zu. Wie diese Berührbarkeit im einzelnen definiert wird, ist nicht in Stein gemeißelt und darf bei der jeweiligen Person erfragt werden. Das gefällt mir sehr, denn ich liebe es, wenn Regeln wenig starr, sondern beweglich gesetzt sind. Das lässt Raum für persönliche Entwicklung. 

Ich persönlich setze Erotik gezielt ein, um meine Spielpartner:innen zu manipulieren, bzw um den Verstand zu bringen. Meine tantrische Expertise unterstützt mich dabei. Die Verfügbarkeit von Erotik, Verführung und Berührbarkeit drehe ich gerne ZU und AUF. Wie einen Wasserhahn. Und da durstige Menschen ab einem bestimmten Zeitpunkt alles tun um an Wasser zu gelangen, nutze ich dieses Verlangen, das ich selbst erzeugt habe, um meine Ziele im Spiel durchzusetzen.

Im Sprachgebrauch der Community darf es für den Begriff der ‚Bizarrlady‘ auch bald und gern nicht binären Ersatz geben, denn wir sind inzwischen nicht mehr nur weiblich gelesene Personen im bizarren Bereich. Ich bin gespannt wie sich die Begrifflichkeiten die nächsten Jahre ändern werden.

Lady Sas: „Annabel Schöngott“ – ein klangvoller Name! Wie bist Du darauf gekommen und was verbindest Du damit?

Annabel Schöngott: Einen Namen zu finden, der die eigene Persönlichkeit widerspiegelt, ist gar nicht so einfach. Phonetisch sollte mein kompletter Name nahbar klingen und nicht zu abgehoben wirken, denn ich bin eine nahbare Persönlichkeit. Ich interessiere mich für alle Menschen. Jede Begegnung ist interessant. Auf ihre Art. Annabel hat eine weiche Klangfarbe. In dem gleichnamigen Film geht es jedoch um eine böse Macht, die sich an unschuldig wirkende Dinge bindet. Ein toller Gegensatz. Passt zu mir. 

Und was meinen Nachnamen angeht: Ich habe mich ganz pragmatisch in dem Kreis meiner Freunde und Bekannten erkundigt, welcher Künstlername zu mir passen würde und da fiel zum ersten mal die Idee zu Schöngott. Das resonierte. Die Assoziation einer Liebesgöttin und einer süddeutschen Begrüßungsformel taten dann den Rest, denn im süddeutschen Raum bin ich aufgewachsen.

Lady Sas: „Berlin, München, Zürich“ – warum reist Du? Und warum ist Deine Wahl gerade auf diese Städte gefallen?

Annabel Schöngott: Eine wunderbare Anschlussfrage, da ich wie gesagt im süddeutschen Raum aufgewachsen bin. München ist sozusagen ein Heimspiel und ich kann der urbanen Münchner Mentalität durchaus ganz viel abgewinnen. Dennoch ist Berlin meine Wahlheimat. In Zürich war ich ebenfalls für zwei Jahre zuhause. Damals war ich im internationalen Aussendienst eines Schweizer Unternehmens tätig. Die Schweiz ist immer eine Reise wert und ich liebe Zürich. Am liebsten verbinde ich meine Besuche in der Schweiz mit einem

Besuch in einem der zahlreichen fantastischen Museen. Das Museum für Gestaltung in Zürich hat mich auch schon zu einer Sessionidee inspiriert, die ich hier jedoch noch nicht verrate. Und mein Lieblingsmuseum in Gruyeres wird mich immer wieder in die Schweiz ziehen. An der Stelle sei jedoch verraten, dass ich aktuell nicht mehr in anderen Städten gastiere und nur noch in Berlin anzutreffen bin.

Annabel Schoengott

Bizarrlady Annabel Schöngott, Berlin


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Annabels Engagement gegen das Nordische Modell

Lady Sas: Du kämpfst gegen das „Sexkaufverbot“. Kannst Du uns bitte erklären, warum Du dagegen bist und was passieren würde, wenn es tatsächlich zu einem „Sexkaufverbot“ kommen würde?

Annabel Schöngott: Ja. Ich bin die Initiatorin von ‚WE ARE SEXWORKERS’, einer Demonstration gegen das sogenannte Nordische Modell, bzw Sexkaufverbot. Diese Demonstration war im Mai 2024 direkt vor dem Fernsehturm in Berlin und ich habe sie natürlich nicht allein organisiert. Ich konnte vier Kolleg:innen dazu motivieren dieses Mammutprojekt mit mir zu realisieren. Zusätzlich gab es unzählige Helfer:innen, die uns unterstützt haben. Ein Jahr lang habe ich meine gesamte Freizeit in dieses Projekt investiert um etwas zu bewegen. Schlussendlich gab es eine sehr rege Teilnahme von mehr als 1000 Menschen. Es waren auch Personen aus der Politik, unterschiedlichen Verbänden und Organisationen und natürlich die Presse da. Wir sind sehr stolz, was wir hier auf die Beine gestellt haben. Diese Demonstration war mein Beitrag im Kampf gegen das Nordische Modell. Die Sexworkcommunity hat mich von Anfang an unterstützt. So konnte ich etwas zurück geben. 

Davon abgesehen gibt es natürlich zahlreiche Argumente gegen das Nordische Modell, die für sich sprechen. 

Hier eine kleine Auswahl:

Das Sexkaufverbot drängt Sexarbeit in den Untergrund. Das nordische Modell würde für die Schliessung sicherer Arbeitsstätten sorgen. Gefahren würden steigen. SM-Studios müssten also auch schliessen. Wo könnten wir dann noch unsere Gäste empfangen? Wir wären genötigt an geheimen Orten tätig zu werden.

Der Zugang zu Sozialleistungen wäre erschwert bis unmöglich.

Gewerkschaftliche Organisation wäre ausgeschlossen.

Es gibt keine eindeutigen Belege, dass das Nordische Modell Menschenhandel verringert. Zwangsprostitution und Menschenhandel sind bereits illegal. Sexarbeit würde nur verdrängt werden. Sexarbeiter:innen würde Arbeitslosigkeit drohen. Ebenso allen Personen in zweiter Reihe, z.B. Angestellte der Betriebsstätten, Werbeleute, etc.

Die Kriminialisierung der Gäste würde sexarbeitende Personen weiter stigmatisieren und gesellschaftlich marginalisieren. Dieser Punkt ist bitter. Wir erfahren bereits jetzt Diskriminierung. Unter dem nordischen Modell würde dieses Stigma weiter zunehmen. Ich frage mich wo hier der Artikel 3 des Grundgesetzes Beachtung findet.

Sexarbeiter:innen müssen die Freiheit haben, selbst ihren Beruf zu wählen. Sich über diese Entscheidung zu stellen, ist entmündigend. Wo bleibt hier die Selbstbestimmung? Ich habe den Eindruck dass Sexarbeitsgegner:innen meine Meinung hierzu gar nicht ernst nehmen.

Das nordische Modell würde marginalisierte Gruppen zusätzlich belasten, z.B. Transpersonen oder Migrant:innen. Diese Menschen haben weniger Alternativen und weniger Zugang zu Hilfsangeboten.

Sexarbeit wäre legal, jedoch ihre Voraussetzung, also die Kundschaft illegal. Dies ist ein Widerspruch im Rechtssystem, den ich nicht nachvollziehen kann.

Ich habe Zweifel an adäquaten Ausstiegsprogrammen.

– Wenn Menschen in der Sexarbeit bleiben wollen (so wie ich), würden diese ignoriert, bzw. delegitimiert werden. Das Nordische Modell ignoriert freiwillige Sexarbeiter:innen.

Ich frage mich, welchen Rechtsschutz wir dann noch hätten. Ich hatte glücklicherweise noch keinen Grund einen Gast anzuzeigen. Wenn es dafür aber einen Grund gäbe, wäre dies dann noch möglich in Zeiten des Sexkaufverbots?

– Über das nordische Modell wird gern ohne uns gesprochen, bzw verhandelt. Wir Sexarbeiter:innen kritisieren das. Daher gibt es unseren berechtigten Leitspruch: Sprecht mit, nicht über uns!

– Ich frage mich außerdem: Geht es beim Sexkaufverbot wirklich um unseren Schutz? Was ist, wenn ich keinen Schutz will? Oder wird hier Moralpolitik unter dem Deckmantel des Opferschutzes betrieben, der in Wirklichkeit keiner ist? Lassen sich Wählerstimmen generieren mit einem vorgegaukelten Robin-Hood-Mythos, der bei Menschen entstehen kann, die nicht im Thema sind?

Es gibt eine Meinungs- und Handlungsfreiheit. Inwiefern kann ich von dieser Gebrauch machen, wenn einvernehmliche Handlungen unter erwachsenen Menschen gar nicht mehr erlaubt sind?

Bizarrlady Annabel Schoengott, stehend im Studio
Bizarrlady Annabel Schöngott

Hat sich ihre Sicht auf Männer verändert?

Lady Sas: Hat sich Deine Sicht auf Männer verändert, seit Du um ihre Sehnsüchte und Wünsche weißt?

Annabel Schöngott: In meinem Gästekreis befinden sich diverse Geschlechtsidentitäten. Ich bekomme manchmal die Frage, ob die Kinks und Limits sich geschlechtsspezifisch unterscheiden. Das kann ich nicht bestätigen. Weiblich gelesene Personen, bzw FLINTAs lassen mich manchmal vor einem Spiel wissen, dass sie in der Vergangenheit unnötig geschont wurden und ihre Sehnsucht nach Grenzüberschreitungen und/oder dem Subspace daher unerfüllt blieb. Diese Einblicke lassen mich meine eigenen Identitätsschubladen hinterfragen und sind daher sehr lehrreich für mich. Durch die unterschiedlichen Blickwinkel meiner Spielpartner:innen gewinne ich neue Erkenntnisse und so habe ich der Sexarbeit neben Vergnügen, finanzieller Existenz, Freiheit und Lebenserfahrung auch persönlichen Wachstum zu verdanken. Meine Berufung nährt mich vielfältig.

Männlich gelesene Personen haben so wunderbar menschliche Sehnsüchte wie alle anderen Menschen auch. Sie wollen gesehen werden, sich angenommen fühlen, dem Alltag entfliehen, sich frei fühlen, ihre Sehnsüchten erfüllen, ihre Sexualität erkunden, bzw verwirklichen, sich wohl fühlen, Spass haben, geführt werden, den Kopf frei bekommen, sich spüren, (Glücks)Hormone explodieren lassen, Nähe zu einem anderen Menschen fühlen, die Kontrolle, bzw die Herausforderungen ihrer Verantwortung abgeben oder die gesellschaftlichen Zwänge ihrer (Geschlechts)identität abgeben. Die Liste der Motivatoren ist ganz gewiss unvollständig und darf gern ergänzt werden.

Lady Sas: Was inspiriert Dich? Wie kommst Du auf neue Session-Ideen?

Annabel Schöngott: Inspiration ist die Quelle meiner Kreativität. Ich suche sie aktiv. Ich bin neugierig und lasse mir keine Gelegenheit entgehen unterschiedlichste Sessions zu betrachten und wenn möglich hineinzufühlen. Egal von wem sie geführt werden. Arroganz stagniert Entwicklung. Eine der gefährlichsten Fehleinschätzungen ist die Überzeugung schon alles zu wissen und keine Inspiration mehr nötig zu haben.

Ich nehme an BDSM-Workshops zu unterschiedlichsten Themen teil. Auch wenn ich denke, dass die aufbereitete Thematik mir bereits bekannt ist. Ich lerne nie aus. Natürlich schaue ich mir gern auch Videos meiner Kolleg:innen an. Regelmässig engagiere ich auch Kolleg:innen um dazuzulernen. Ganz aktuell genoss ich mehrere Coachings zu expliziten Praktiken aus dem Klinikbereich, die ich gern im schwarzen Bereich anwende.

Im Moment fasziniert es mich, meine Spielpartner:innen auf unterschiedliche Weise zu durchdringen. Wie ein Oktopus lege ich einen Arm nach dem anderen an und um einen Menschen. Auditiv dringt meine Stimme ein. Haptische Reize ergänzen diese Inbesitznahme, aber damit nicht genug. Ich dringe in einen Körper ein auf unterschiedliche Art. Bei manchen Praktiken spritze ich sogar in eine Öffnung. Das ist ein archaischer Prozess, der sich gewalttätig liest, jedoch ganz natürlich abläuft. Ein Oktopus geht genauso vor. Er verschlingt seine Beute mit Haut und Haaren, bzw Schuppen und Schale. Nicht umsonst trage ich dieses wunderbare Tier als Tätowierung auf meinem Körper.

Ganz einfache seduktive Sessions liebe ich jedoch nach wie vor. Um ein besonderes Erlebnis zu kreieren, braucht es manchmal nur zwei Menschen und eine gute zwischenmenschliche Chemie. Mehr nicht. Und damit sind wir bei meiner wertvollsten Inspirationsquelle. Meinen Spielpartner:innen. Sie füttern meinen Erfahrungsschatz ständig mit neuen Ideen. Diese vielfältigen Menschen führen zu dürfen, ist ein Geschenk, das sich wahnsinnig bereichernd auswirkt. Ein Spielpartner sagte einmal zu mir, dass er „Back to Basic“ liebt. Recht hat er. Ein einfaches wirksames Credo, das nie unterschätzt werden darf.

Bizarrlady Annabel Schöngott sitzt in Fetisch-Outfit auf einem Sessel.
Bizarrlady in Berlin und NY: Annabel Schöngott

Annabel Schöngott über ihre Freizeit und Pläne für die Zukunft

Lady Sas: Verrate uns bitte, wie Du Deine Freizeit gestaltest.

Annabel Schöngott: Mein Leben ist wunderbar gefüllt. Trotzdem sehne ich mich stets nach Weiterentwicklung. Aktuell stecke ich in meiner knappen Freizeit den Kopf in Bücher der Psychologie.

Eins meiner Hobbys ist definitiv mein Podcast „SECRETS“, der bei Spotify zu finden ist. In diesem Projekt schaue ich hinter die Werbeprofile meiner wunderbaren Kolleg:innen und zeige die facettenreichen menschlichen Seiten, die sie allesamt mitbringen. Kunst und Kultur sind mir ebenfalls wichtig. Außerdem bin ich in einer glücklichen FLR, für die ich auch noch etwas Zeit haben möchte. Eure Lektüre zum Thema FLR ist also besonders spannend für mich.

Lady Sas: Wie sehen Deine Pläne für die Zukunft aus?

Annabel Schöngott: Neben meinem Dominadasein werde ich erstmal die Fortbildung zur psychologischen Beraterin abschliessen. Danach steht auf meinem Plan die Ergänzung mit einem Studium in Psychotherapie. BDSM und Trauma ist eine gekoppelte Themenwelt, die mich sehr interessiert. Mein Ziel ist es in den Feldern des BDSM und der Psychotherapie irgendwann zu gleichen Teilen präsent zu sein. Vielen herzlichen Dank für dieses Interview. Es ist ein Privileg neben so tollen Frauen hier gelistet zu werden.

Lady Sas: Herzlichen Dank für Deine Zeit.

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Wer schreibt auf Lady-Sas.com?

Portraitbild von Lady Victoria und Lady Sas, detaillierte Illustration

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FAQs

Wer ist Annabel Schöngott?

Annabel Schöngott ist Bizarrlady und arbeitet als professionelle Domina in Berlin. Sie ist außerdem Initiatorin von „WE ARE SEXWORKERS“ und setzt sich öffentlich für die Rechte von Sexarbeitenden ein.

Worum geht es im Interview mit Annabel Schöngott?

Im Interview spricht Annabel offen über ihren Weg in die weibliche Dominanz, über ihre Definition von Bizarrlady, über ihre Session-Inspiration und über ihre Kritik am Nordischen Modell (Sexkaufverbot).

Was ist eine Bizarrlady im Unterschied zu einer Domina?

Annabel beschreibt eine Bizarrlady als „berührbare Domina“. Das bedeutet: Sie übernimmt den aktiven Part, erlaubt aber – innerhalb klar gesetzter Grenzen – erotischen Körperkontakt. Was genau möglich ist, wird individuell abgesprochen.

Wie hat Annabel ihre Dominanz entdeckt?

Annabel erzählt, dass sie schon früh experimentierfreudig war und sich zunächst im tantrischen Feld weitergebildet hat. Der bewusste Schritt ins Switchen war für sie der Einstieg in eine neue Welt, die sie später auch professionell ausgelebt hat.

Warum bezeichnet Annabel ihre Dominanz als „bizarre Dominanz“?

Weil sie sich besonders von Rollenspielen, Gegensätzen, „Zuckerbrot und Peitsche“ und intensiven, auch dunkleren Fantasiewelten angezogen fühlt. Für sie ist bizarre Dominanz eine breite, kreative Spielart – ohne starre Regeln und ohne Verurteilung.

Was bedeutet „Back to Basic“ im Kontext von Dominanz?

Annabel sagt, dass oft schon zwei Menschen und eine starke Chemie reichen, um ein intensives Machtgefühl zu erzeugen. „Back to Basic“ steht für sie für klare Führung, Präsenz und einfache, wirksame Dynamiken.

Warum ist Annabel gegen das Nordische Modell (Sexkaufverbot)?

Sie kritisiert, dass ein Sexkaufverbot Sexarbeit in den Untergrund drängen würde. Dadurch würden sichere Arbeitsorte verschwinden, Risiken steigen und Sexarbeitende stärker stigmatisiert und marginalisiert werden.

Was ist „WE ARE SEXWORKERS“?

„WE ARE SEXWORKERS“ ist eine Demonstration gegen das Nordische Modell. Annabel hat sie mitorganisiert, um sichtbar zu machen, dass Sexarbeitende selbst mitreden wollen – statt dass über sie entschieden wird.

Welche Folgen hätte ein Sexkaufverbot laut Annabel für BDSM-Studios?

Sie erklärt, dass auch BDSM-Studios und sichere Arbeitsstätten gefährdet wären. Das würde dazu führen, dass Sessions an unsichere, geheime Orte verlagert werden müssten.

Wie kommt Annabel auf neue Session-Ideen?

Sie sagt, Inspiration sei die Quelle ihrer Kreativität. Sie besucht Workshops, schaut Kolleginnen zu, nimmt Coachings und lässt sich besonders stark von den Menschen inspirieren, die sie in Sessions begleitet.

Welche Rolle spielt Tantra in ihrer Arbeit?

Annabel beschreibt, dass ihre tantrische Erfahrung ihr hilft, mit Erotik, Verführung und Berührbarkeit sehr bewusst zu arbeiten – also Nähe gezielt zu öffnen oder zu entziehen, um psychologische Dynamik zu erzeugen.

Hat sich Annabels Sicht auf Männer verändert?

Ja. Sie sagt, dass sie durch ihre Arbeit viele Sehnsüchte und Motive besser versteht: gesehen werden, Kontrolle abgeben, Alltagsdruck loslassen, Nähe erleben und sich selbst neu spüren.

Warum reist Annabel (Berlin, München, Zürich)?

Sie erklärt, dass sie im süddeutschen Raum aufgewachsen ist und München deshalb ein Heimspiel war. Zürich war für sie ebenfalls zeitweise Heimat. Heute ist sie vor allem in Berlin tätig.

Warum ist der Name „Annabel Schöngott“ ein Künstlername?

Annabel erzählt, dass sie einen Namen wollte, der nahbar klingt und gleichzeitig Gegensätze in sich trägt. Der Nachname entstand durch Feedback aus ihrem Umfeld und passt zu ihrer Herkunft aus Süddeutschland.

Was macht Annabel neben ihrer Arbeit als Bizarrlady?

Sie beschreibt, dass sie sich intensiv mit Psychologie beschäftigt, einen Podcast-Projekt hat und sich außerdem Zeit für ihre FLR-Beziehung nimmt.

Welche Zukunftspläne hat Annabel Schöngott?

Annabel sagt, dass sie eine Fortbildung zur psychologischen Beraterin abschließt und später Psychotherapie studieren möchte. Ihr Ziel ist es, BDSM und psychologische Arbeit langfristig miteinander zu verbinden.

Von

Lady Sas ist Femdom- und BDSM-Autorin sowie Herausgeberin von Lady-Sas.com. Seit 2013 publiziert sie fundierte Guides, Interviews und Bücher zu Femdom, BDSM, Female-Led Relationships (FLR), Cuckolding, Keuschhaltung und Sissyfication. Ziel ihrer Arbeit ist es, zu informieren und zu inspirieren: Lady Sas ermutigt Frauen, ihre dominante Seite bewusst zu leben, und unterstützt Subs dabei, ihre Rolle zu finden, zu verstehen und mit Freude auszufüllen. Immer einvernehmlich, sicher und praxisnah.

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