Viele Leserinnen und Leser von Lady-Sas.com kennen Mistress Deva Venera bereits aus einem früheren Interview. Doch seit unserem ersten Gespräch hat sich vieles verändert. Das damalige Porträt spiegelte nicht mehr wider, wo sie heute steht. Deshalb war es Zeit für ein neues Interview.
Heute hat sich Deva Venera von der klassisch orientierten Domina mit Kliniksessions in Berlin hin zu einer persönlicheren Form von FLR und Lifestyle Femdom entwickelt, wobei Paris ihr kreatives Zentrum ist. In diesem Interview erzählt sie, wie sich ihre Sessions, ihre Beziehungen zu Subs und ihr Verständnis von Dominanz verändert haben.
Dieses Interview ist Teil unserer Interviewserie mit Dominas aus der ganzen Welt. Mehr über die Tätigkeit und den Alltag einer professionellen Herrin erfährst du in unserem Domina-Ratgeber.
Lady Sas: Liebe Deva, du bist von Berlin nach Paris gezogen. Wie kam es dazu?
Mistress Deva Venera: 2024 habe ich Paris besucht und tatsächlich schon am ersten Tag gesagt: Ich möchte hier leben. Nicht einfach, weil ich es schön fand, sondern weil irgendetwas in mir sofort sehr stark mit dieser Stadt resoniert hat.
Ich hatte ohnehin schon länger überlegt, was nach Berlin kommt, weil für mich klar war, dass ich irgendwann mein Studio aufgeben möchte und dass nach meiner Zeit in Deutschland ein neues Kapitel kommen würde.
Ich bin sehr viel in der Welt unterwegs und fühle mich an vielen Orten zu Hause. Ich fühle mich beispielsweise sehr mit Asien verbunden. Paris ist aber mein Lebensmittelpunkt geworden, wenn ich in Europa bin.
Lange mochte ich das Minimalistische an Berlin. Paris ist dazu ein unglaublicher Kontrast, und genau das schätze ich heute sehr. Die Opulenz, die Schönheit, die Architektur. Das inspiriert mich.

Mistress Deva Venera, Femdom in Paris, Frankreich

Von der klassischen Domina zu FLR und Lifestyle Femdom
Lady Sas: Wenn du dich heute in Paris siehst und auf deine Zeit in Berlin zurückblickst, wie hast du dich als Herrin weiterentwickelt?
Mistress Deva Venera: In Berlin habe ich im Studio Avalon angefangen. Später hatte ich dann fünf Jahre lang mein eigenes Studio, zu dem auch eine Klinik gehörte.
Meine Jahre in Berlin waren also sehr von meiner Arbeit als klassische Domina, von Studiosessions und meinen Kliniksessions geprägt, die damals einen großen Bestandteil meines Schaffens ausgemacht haben.
Mit der Zeit hat sich immer mehr gezeigt, in welche Richtung es sich für mich entwickelt. Meine Begegnungen wurden zunehmend von FLR und Lifestyle BDSM inspiriert, weil ich angefangen habe, Femdom auch mehr privat auszuleben.
Ich fand es für mich erfüllender, längere Sessions außerhalb des Studios zu machen oder mit meinen Subs zu reisen, anstatt viele kürzere Sessions in einer Studioumgebung zu haben. Das habe ich als natürlicher und entspannter empfunden.
Und so führte eins zum anderen. Mein Umzug aus Berlin stellte im Grunde genommen auch das Ende meiner alten Rolle als Herrin dar, hin zu mehr FLR und Lifestyle.
Nichtsdestotrotz bin ich natürlich immer noch sehr von den klassischen Praktiken inspiriert, von Inhaftierungen, Züchtigungen und so weiter. Es ist einfach eine wunderbare Ergänzung zu dem, was ich heute mache. Die Erfahrung, die ich habe, kann mir keiner nehmen. Ich bin dankbar, dass ich in einigen etablierten Studios gearbeitet habe, dass ich mir dort das handwerkliche Können angeeignet habe und dass ich die ein oder andere Herrin der alten Schule persönlich kennenlernen durfte. Das hat mich definitiv für immer in meiner Rolle geprägt.
Ich blicke sehr gerne auf die alten Studiozeiten zurück und vermisse ab und an die Käfige und Zellen.

Mentoring für Frauen im Femdom
Lady Sas: Du arbeitest an einem Mentoringangebot für Frauen, die Femdom privat oder professionell ausleben möchten. Was darf man sich darunter vorstellen? Wie funktioniert das?
Mistress Deva Venera: Ich habe über die letzten Jahre immer wieder Frauen zu dem Thema gecoacht und diesen Austausch sehr genossen. Aber über die letzten Monate habe ich richtig gespürt, dass jetzt die Zeit reif ist, daraus ein größeres Projekt zu machen.
Meine Hauptmotivation ist, dass ich so viel zu teilen habe. Ich habe mich die letzten Jahre immer nur über das Visuelle ausgedrückt, über meine Bildsprache. Ich habe nie wirklich systematisch meine Erfahrungen geteilt. Und nach über zehn Jahren in diesem Bereich gibt es so vieles an Wissen und Skills, das ich gerne zur Verfügung stellen möchte.
Zum einen gibt es mein persönliches Mentoringprogramm, in dem wir in 1:1-Sitzungen, je nach Zielsetzung, intensiv zusammenarbeiten. Das kann eine Frau sein, die gerade erst anfängt und Starthilfe benötigt, aber auch eine, die sich ein komplettes Rebranding oder Veränderungen in ihrer Arbeit wünscht.
Oder jemand aus dem privaten Bereich, bisher ganz ohne Bezug zu BDSM, deren Partner ihr plötzlich erzählt, dass er diese Neigungen hat. Und dann kommt die Frage auf: Was mache ich jetzt damit?
Das andere wird meine Online-Masterclass sein. Ein systematisch aufgebautes Paket an Wissen, in dem ich quasi alles zur Verfügung stelle, was ich selbst gerne gewusst hätte, als ich angefangen habe. Das beinhaltet Sessiongestaltung, Marketing, Kommunikation, das Finden deiner Persona und deines eigenen Stils, welche Arten von Submissiven es gibt und wie man eine Session entsprechend gestaltet, aber auch Sicherheit und praktische Tipps. Also wirklich alles, was ich auch meiner besten Freundin mit auf den Weg geben würde, damit sie einen möglichst einfachen und erfolgreichen Start hat.

Tipps für Frauen, die Femdom entdecken möchten
Lady Sas: Welche Tipps gibst du Frauen, die neugierig auf die Rolle der Herrin sind?
Mistress Deva Venera: Da sind zum einen diese ganzen Klischees, die sich um Femdom ranken. Und ich finde, das hält Frauen oft davon ab, diesen Schritt zu gehen, sowohl beruflich als auch privat.
Deshalb rate ich immer: Wenn man merkt, dass es einen neugierig macht, sollte man dahinterblicken und das Thema genauer erforschen. Ich habe zum Beispiel in meiner Anfangszeit als Domina gesagt, dass das für mich privat nichts wäre. Dabei hat es einfach seine Zeit gebraucht, bis ich für mich selbst überhaupt verstanden habe, was genau ich will, welche Dynamik für mich die richtige ist und welche Eigenschaften mir bei einem Sub wichtig sind.
Mein anderer Rat ist, sich nicht davon abschrecken zu lassen, dass man vielleicht nicht dominant genug dafür ist. Das ist auch ein ganz typisches Klischee. Zum einen gibt es ganz unterschiedliche Archetypen einer Femdom. Zum anderen wächst man ganz natürlich in diese Rolle hinein und bekommt mit der Zeit mehr Selbstsicherheit.

Femdom als gelebter Lifestyle
Lady Sas: Wie hast du dich als Domina im Laufe deiner Jahre weiterentwickelt?
Mistress Deva Venera: Ich bin in den über zehn Jahren durch einen für mich persönlich intensiven Prozess gegangen, in dem meine eigene Persönlichkeitsentwicklung Hand in Hand mit meiner professionellen Tätigkeit verlief. Und wenn ich das kurz und knapp zusammenfasse, dann war es die Entwicklung von Femdom als Dienstleistung hin zu Femdom als gelebtem Lifestyle.
Und ja, auch heute nehme ich Geld für meine Zeit, sogar noch mehr als früher. Und trotzdem fühlt es sich nicht mehr nach etwas an, was man einfach buchen kann, sondern nach etwas, das mit der Zeit wächst und an größere Erwartungen meinerseits geknüpft ist, als einfach einen Tribut zu zahlen und sich damit für eine Session zu qualifizieren.
Ich habe für mich im Laufe der letzten Jahre verstanden, dass ich durch meine Präsenz in meinen Sessions sehr viel gebe und gar nicht mehr so viele unterschiedliche Subs sehen möchte. Ich fokussiere mich viel lieber auf ein paar wenige und baue eine intensive Bindung auf, die dann beide nährt.
Außerdem ist mir aufgefallen, dass bei vielen kurzen Sessions mit unterschiedlichen Menschen mein kreatives Potenzial verpufft. Deshalb habe ich es letztendlich stärker in meine eigenen kreativen Projekte investiert. In den letzten zwei bis drei Jahren habe ich sehr viel mehr mit Fotografie gemacht und mich auf diese Weise ausgedrückt.
Ich finde es einfach toll, wie eine Tätigkeit, die man vor über einem Jahrzehnt mehr oder weniger zufällig angefangen hat, mit einem mitwächst, sich formt und verändert und trotzdem immer Teil des Lebens bleibt.
Ich finde, das ist mit das Wichtigste, um sich über lange Zeit seine Passion zu erhalten: sich Veränderungen zu erlauben und mit dem Prozess zu wachsen, sodass man der Sache nie überdrüssig wird und darin immer wieder neue Inspiration findet.
Lady Sas: Vielen Dank für das Interview.
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Über uns. Lady-Sas.com gehört zu den bekanntesten Plattformen für Femdom und BDSM. Hinter der Website stehen Lady Sas und Lady Victoria, zwei private Femdoms aus Frankfurt am Main. Seit 2013 veröffentlichen wir Interviews, Guides, Bücher und Hörbücher rund um weibliche Dominanz, FLR, Keuschhaltung, Cuckolding und BDSM. Unsere Mission ist es, aufzuklären und Vorurteile abzubauen. Erfahre mehr über uns.
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FAQs
Wer ist Mistress Deva Venera?
Mistress Deva Venera ist eine erfahrene Domina, die ihre Laufbahn in Berlin begann und seit mehr als zehn Jahren im Bereich Femdom tätig ist. Ihr Schwerpunkt hat sich mit der Zeit von klassischer Studio-Domination hin zu FLR und gelebtem Lifestyle Femdom entwickelt.
Warum ist Mistress Deva Venera von Berlin nach Paris gezogen?
Bei einem Besuch im Jahr 2024 spürte sie nach eigener Aussage sofort eine starke Verbindung zu Paris. Heute ist die Stadt ihr Lebensmittelpunkt in Europa und zugleich ein kreatives Zentrum für sie.
Wie hat sich Mistress Deva Venera als Domina weiterentwickelt?
Ihre Entwicklung führte von klassischen Studiosessions und Kliniksessions hin zu längeren, persönlicheren Begegnungen, Reisen mit Subs sowie FLR und Lifestyle BDSM.
Welche Rolle spielen klassische Praktiken heute noch für Deva Venera?
Klassische Elemente wie Inhaftierungen und Züchtigungen inspirieren sie weiterhin. Ihre Erfahrungen aus etablierten Studios und mit Herrinnen der alten Schule prägen ihre heutige Rolle nach wie vor.
Was ist das Femdom-Mentoring von Mistress Deva Venera?
Das Mentoring richtet sich an Frauen, die Femdom privat oder professionell ausleben möchten. In individuellen 1:1-Sitzungen begleitet Deva Venera sowohl Anfängerinnen als auch Frauen, die sich beruflich neu positionieren oder weiterentwickeln möchten.
Was vermittelt Deva Venera in ihrer Online-Masterclass?
Die Masterclass soll unter anderem Sessiongestaltung, Marketing, Kommunikation, die Entwicklung einer eigenen Persona, unterschiedliche Typen von Submissiven, Sicherheit und praktische Tipps behandeln.
Welche Tipps gibt Mistress Deva Venera Frauen, die Femdom entdecken möchten?
Sie rät dazu, sich nicht von Klischees oder dem Gedanken abschrecken zu lassen, nicht dominant genug zu sein. Ihrer Erfahrung nach gibt es unterschiedliche Femdom-Archetypen, und Selbstsicherheit entwickelt sich mit der Zeit.
Was bedeutet Femdom als gelebter Lifestyle für Deva Venera?
Für sie hat sich Femdom von einer Dienstleistung zu einem persönlichen Lifestyle entwickelt. Heute konzentriert sie sich stärker auf wenige Subs, intensive Bindungen und langfristige Dynamiken statt auf viele kurze Sessions.




