Domina Lady Kira Page, Berlin

Domina Lady Kira Page
Domina Lady Kira Page

Domina Lady Kira Page vereint mühelos scheinbare Gegensätze. Sie wirkt zwar außergewöhnlich jung, verfügt aber trotzdem über einen großen Erfahrungsschatz. Auf den ersten Blick wirkt sie zerbrechlich und sanft – doch genau das Gegenteil ist der Fall. Kira ist eine Domina, die auch in extremen Bereichen unterwegs ist. Das Vorurteil, eine attraktive Frau hätte vielleicht viel in der Bluse, aber nicht viel im Kopf, widerlegt sie souverän: mit einem Universitätsabschluss. Wer ist Lady Kira Page, wie denkt sie und was bewegt sie? Ich habe sie einfach mal gefragt.

Domina Lady Kira Page Berlin

Domina Lady Kira Page im Interview

Lady Sas: Liebe Kira, Du bist jung und doch schon so erfahren. Wann hast Du Deine dominante Neigung zum ersten Mal gespürt und ausgelebt?

Domina Lady Kira Page, lacht: Diese Frage höre ich beinahe jede Woche! Nun ich denke in jedem Menschen müssen gewisse Veranlagungen sein, um im späteren Leben Entscheidungen und Neigungen derart zu beeinflussen. Kein Mensch wird dominant oder devot geboren, aber wir alle sind das Produkt unserer Erfahrungen. Nun… ich für meinen Teil war schon immer „anders“. Ich hatte bereits als sehr junges Mädchen Interesse an Dingen, die für andere meines Alters noch weit entfernt lagen. Ich war neugierig auf alles, was sich außerhalb der Norm bewegte. Ich zeichnete und schrieb schon früh Dinge, Szenarien und Fantasien, die ich heute eindeutig in die BDSM Szene zuordnen würde.  Meine Abschluss-Arbeit an der Universität handelte von „Marquis de Sade“… nun… es kam eines zum anderen… Ich denke es ist gut, wenn man SM als Frau erst eine Weile im privaten Rahmen kennenlernt, sich austobt und ausprobiert, um danach in den professionellen Bereich wechseln zu können, wenn man es möchte. Ich hatte jahrelang vor meinem „Coming out“ Mitte 2007 als professionelle Domina auch private Spielpartner. Eigentlich kam mit der ersten „echten“ Beziehung auch der SM. Seitdem lebe ich es beruflich und privat… wobei es allerdings nicht mein Leben bestimmt. Ich habe sehr viele Interessen.

Lady Sas: Ich habe die tollen Fotos auf Deiner Website bewundert. Du scheinst auch als Model sehr gefragt zu sein. Wie gehst Du damit um, wenn sich ein Gast in Dich verliebt?

Domina Lady Kira Page: Nun, ich denke meine Gäste spüren meine Leidenschaft in all dem, was ich tue. Ich kann mich in die Menschen hinein versetzen und versuche auf jede noch so kleine Regung zu achten. Ich fange sie auf, wenn sie am tiefsten fallen… aber ich gebe auch immer eindeutig zu verstehen, dass ich keine Beziehungen mit Gästen eingehe. Das ist ein ungeschriebener Grundsatz… Daher entsteht es im seltensten Fall, dass sich jemand wirklich verliebt. Viele sagen, dass sie mich verehren und vergöttern. Das hat für mich jedoch nichts direkt mit partnerschaftlicher Liebe zu tun. SM und das normale Leben sind zwei völlig verschiedene Dinge. Auch, wenn ich immer versuche, einen roten Faden durch alles zu ziehen, was ich tue. Ich mache diverse Dinge um mich herum lieber selbst, als sie Fremden zu überlassen; meine Werbung, die Abstimmung und Korrektur meiner Fotos, meine Homepage, die Beantwortung der E-Mails… einfach alles… Aber trotzdem trenne ich die professionelle SM-Welt von meinem Privatleben und dem privaten SM.

Lady Sas: Ist es schwierig, als Domina privat eine Beziehung einzugehen? Ist da Eifersucht nicht vorprogrammiert?

Domina Lady Kira Page: Nein, das war bei mir nie ein Problem. Ich verheimliche nichts. Könnte ich auch nicht. All das steckt viel zu offensichtlich in mir und davon abgesehen bin ich ja auch eine Person des öffentlichen Lebens. Ich verdecke mein Gesicht nicht auf Fotos, so wie es bei vielen üblich ist. Ich stehe zu dem, was ich tue und lebe es. 

Da ich jedoch eine der wenigen klassischen Dominas bin, die im professionellen Bereich keinerlei sexuellen Kontakt zu ihre Sklaven/SM-Gästen pflegt, und sich auch nicht während einer Session nackt auszieht, ist das auch privat nie ein Problem gewesen. 

Domina Berlin

Über den Unterschied zwischen privater Session und Studio-Session.

Lady Sas: Wo liegen die wesentlichen Unterschiede zwischen einer privaten Session und einem Spiel im Studio? 

Domina Lady Kira Page: Ich denke, da gibt es viele Unterschiede. Zum ersten stehen für mich bei  professionellen Spielen Diskretion und Anonymität meiner Gäste an oberster Stelle. Ich würde niemals etwas weitererzählen, was mir ein Gast anvertraut und ich gehe auch nicht mit den intimen Leidenschaften meiner Gäste hausieren. 

Allerdings gibt es auch Männer, die mir gern von ihrem Privatleben und auch ihren Problemen erzählen möchten. Ich schätze dieses Vertrauen sehr und es gibt sogar einige meiner Stammgäste, die über die Jahre so etwas wie Freunde geworden sind. Wenn man sich gut versteht, kann man auch etwas mehr als “nur” SM teilen.Dies ist jedoch keine Grundvoraussetzung für eine gute Session. Die wesentlichen Unterschiede sind natürlich zum einen, dass ich für professionelle Spiele im Studio bezahlt werde… und dass die Fantasie meines Gastes im Vordergrund steht.  Privat mache ich, was ich will… wann ich es will und wie ich es will. Dabei geht es nicht um die Vorlieben des Sklaven, sondern nur darum, worauf ich gerade Lust habe. Dazu muss ich sagen, dass ich sehr selten meine privaten Sklaven wechsle. Ich habe zwei bereits seit Jahren und einen seit einem Jahr. In dem Punkt bin ich sehr wählerisch. Allerdings habe ich auch einige Gäste im professionellen Bereich, die es zu schätzen wissen, einfach meine spontanen Gelüste zu erleben und erleiden zu dürfen… ohne eigenen Wunschzettel… 

Lady Sas: Drei private Sklaven, bemerkenswert! Was ist Dein persönlicher Antrieb, als Domina zu arbeiten? Was kickt Dich am meisten? Und: Du bietest eine „Langzeiterziehung“ an. Wie lange war die bisher längste Langzeiterziehung?

Domina Lady Kira Page: Auch das werde ich sehr oft gefragt! Ich habe keine persönlichen Favoriten unter meinen Praktiken. Für mich zählt nicht die einzelne Handlung, die mir Freude bereitet, sondern nur das Spiel an sich. Das Miteinander, die subtilen Reaktionen meines Gegenübers, die Spontanität eines sich zuspitzenden Rollenspieles, indem beide Seiten völlig aufgehen und sich eine Realität entwickelt, die manchmal abstrus erscheint. Das ist es was mich reizt! Das sind die Spiele die ich liebe! Je tiefgründiger, je psychologischer, umso besser! Und das kann man nur wenn man Zeit hat! Dabei ist es mir egal, ob ich im weißen Klinikkittel die sadistische Ärztin bin, die erotische Lady in hautengem Latex, oder eine Cyborg in schwarzem Leder spiele, die sämtliche Männer dieser Welt versklaven will. Meine längste Langzeiterziehung geht nun schon drei Jahre… Allerdings nicht bei täglichen Sessions. Die längste durchgehend aktive Session fulltime ging bisher vier Tage…  

Mistress Berlin

Domina Lady Kira Page über Keuschhaltung.

Lady Sas: In Deinem Repertoire findet sich auch das Thema „Keuschhaltung“. Wie fühlt es sich für Dich an, eine Schlüsselherrin zu sein?

Domina Lady Kira Page: Kontrolle über Ferne ist etwas ganz Besonderes. Vorallem, wenn es ein Mann ist, der beispielsweise in den Urlaub oder auf Geschäftsreise fährt und so für eine Woche auch wirklich keine Möglichkeit hat, mal eben zwischendurch vorbei zu kommen… 

Lady Sas: Verwahrst Du aktuell gerade einen Schlüssel?

Domina Lady Kira Page: Zwei, um genau zu sein. Ich besitze sieben verschiedene Keuschheitsgürtel verschiedenster Klassen und Schwierigkeitsgrade.

Lady Sas: Du bist ja nun schon eine ganze Zeit dabei – wie beurteilst Du die Entwicklung der SM- und Fetisch-Szene in den letzten Jahren? Fällt Dir etwas auf?

Domina Lady Kira Page: Ja… natürlich. Es fällt mir sehr viel auf. Zum einen wird alles immer offener. Fetisch geht in die normale Mode über. Laufstegmodels tragen vermehrt Lack und Latex. SM wird auch für viele „normale“ Paare immer interessanter… Zum anderen sehe ich auch, dass die Ursprünge des SM immer mehr verschwinden… der klassische Masochist stirbt aus… oder wird zumindest immer seltener.  Alles ist sexy, Fetische stehen im Vordergrund und weniger rollenspiellastige Klassiker. Ich denke, das hängt mit den Kindheitserfahrungen zusammen, die wir haben. Die Lehrerin mit dem Rohrstock, die Mutter mit dem Latschen oder den Vater mit dem Gürtel gibt es nicht mehr. Wir leben in Zeiten antiautoritärer Erziehung. Das wandelt eben auch sexuelle Fantasien. Außerdem werden die Ansprüche immer höher. Früher war ein schwarzes Latexkleid der Hit! Heute muss es das Kostüm vom Designer X und dazu Schuhe von Designer Y sein. Passendes Makeup aus der Illustrierten Z und dann noch die F***maschine und Spielzeuge der letzten Venusmesse… die Tribute sind jedoch noch immer die Selben… Es ist einerseits schön, dass sich alles weiterentwickelt, dass man an neuen Aufgaben wachsen kann. Andererseits vermisse ich die klassischen, schönen Spiele… die gemeine große Schwester, die strenge Lehrerin oder die neue Chefin mit den bizarren Ansprüchen…

Lady Sas: Ein Wort über No-Go`s! 

Domina Lady Kira Page: Ich habe zwar wenige, aber dafür strikte Tabus. Bei KV und Vomit hört für mich jegliche Erotik und Ästhetik auf! Ich finde es weder dominant noch anregend, daher fallen diese Dinge völlig heraus. Außerdem würde ich meinen Gästen niemals bleibende Schäden zufügen. Das heißt, ich rede hierbei nicht von Spuren einer Gerte, sondern von Fantasien, die sich mit dem Abtrennen oder Verstümmeln von Körperteilen oder gar Gliedmaßen beschäftigen. Drogen jeglicher Art zu verabreichen liegt mir ebenfalls fern! Die Gesundheit und Hygiene meiner Spielpartner ist mir sehr wichtig. Außerdem geht es gegen meine innere Einstellung, mich vulgär auszudrücken oder mich permanent zu wiederholen oder zu Schreien. Eine Domina, die Herumbrüllen muss, hat meines Erachtens nach die Kontrolle verloren. 

Natürlich würde ich auch niemals Sessions in der Öffentlichkeit abhalten, so dass sich andere belästigt fühlen könnten. Outdoor-Sessions finden entweder subtil oder in geeigneten Etablissements oder an Plätzen statt, an denen keine Passanten anwesend sind. 

Bequemer Bondage-Gynstuhl

Lady Sas: Bald ist Weihnachten. Nehmen wir an, Du könntest Dir ein völlig neues Studio-Gerät oder ein Spielzeug wünschen, das es noch gar nicht gibt. Was würdest Du haben wollen?

Domina Lady Kira Page: Ich hätte gerne einen bequemen Bondage-Gynstuhl, den man um 180 Grad, also einmal um die eigene Achse, drehen kann. Wenn das jetzt jedoch eher eine Anspielung auf Geschenke zu Weihnachten ist, dann kann ich nur sagen: Jeder Mensch freut sich über eine Aufmerksamkeit, da bin ich keine Ausnahme. Ich liebe Blumen und derartig typische Dinge genauso wie jede andere Lady. Manche Gäste kaufen Fetisch-Kleidung, Schuhe und dergleichen, natürlich nicht ganz uneigennützig, denn schließlich bekommen sie ihre Herrin dann auch darin zu sehen. Aber ich erwarte es nicht und bin auch nicht enttäuscht, wenn meine Spielpartner “nur” sich selbst mitbringen! Als sehr angenehm empfinde ich es, mit einem Lächeln begrüßt zu werden, nicht mit einem zu ernsten oder verkrampften Gesicht!Und ja… auch als Besitzer einer devoten oder masochistischen Seele, kann man seine Herrin anlächeln! Wem schadet es…? Einer meiner sehr gut bekannten Gäste sagte mal etwas sehr passendes in einem Forum über mich, was ich seitdem gern rezitiere, weil es einfach wunderbar passend ist: „Lady Kira Page has a wicked sense of fun… she is the owner of a lovely heart in an evil soul…“ 

Lady Sas: Danke für das Interview.

Update: Die Website von Domina Lady Kira Page ist im Moment nicht erreichbar.

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