Interview mit der britischen Domina Mistress Danica, Baden-Württemberg

„Ich bin eine echte britische Mistress und auf traditionelle englische Erziehung – also körperliche Züchtigung – spezialisiert. Diese biete ich ausgewählten Sklaven an, die bereit sind, sich meinen klassischen Methoden zu unterwerfen“, sagt Mistress Danica über sich.

Mistress Danica ist tatsächlich Britin, lebt jedoch seit vielen Jahren in Deutschland. Sie spielt mit Subs in beiden Ländern.

Dieses Interview ist Teil unserer Domina-Interview-Serie. Mehr über die Tätigkeit und den Alltag einer professionellen Herrin erfährst du in unserem Domina-Ratgeber.

Lady Sas: Liebe Danica, du lebst sowohl in Großbritannien als auch im Süden Deutschlands. Kannst du uns etwas über deinen Hintergrund erzählen? Warum lebst du in zwei Ländern?

Mistress Danica: Ich lebe hauptsächlich in Deutschland, kehre aber alle paar Monate nach England zurück, in mein Heimatland. Ich bin in Großbritannien aufgewachsen, lebe jedoch schon seit mehreren Jahren in Deutschland und betrachte es inzwischen als mein Zuhause.

Mistress Danica hält eine schwarze Gerte vor ihrem schwarzen Kleid.
Mistress Danica mit Gerte – britische Domina mit Schwerpunkt auf Disziplin und englischer Erziehung.

Mistress Danica über ihre Erziehung in Deutschland und UK

Lady Sas: Bietest du deine dominanten Dienste nur in Deutschland oder auch in Großbritannien an?

Mistress Danica: Ich bin in beiden Ländern tätig, führe meine Sessions aber hauptsächlich in Großbritannien durch. Dabei geht es meist um Schul- und Altersrollenspiele.

Lady Sas: Ist BDSM für dich ein Lebensstil, den du auch privat auslebst, oder eher ein besonderes Hobby, das mit deinen Beziehungen nichts zu tun hat?

Mistress Danica: BDSM spielt in jeder meiner Beziehungen eine Rolle. Eine vollkommen konventionelle Beziehung kann ich mir nicht vorstellen. Eine Beziehung auf der Grundlage eines Total Power Exchange, also einer umfassenden Machtübertragung, könnte ich mir dagegen sehr gut vorstellen.

Lady Sas: Wie bist du mit BDSM in Berührung gekommen? Was fasziniert dich daran?

Mistress Danica: Mein Interesse an BDSM begann mit einer ausgeprägten Faszination für Spanking. Schon als Kind bekam ich Schmetterlinge im Bauch, wenn ich in einem normalen Fernsehfilm wie „David Copperfield“ oder „Tom Sawyer“ eine Prügelszene sah. Danach konnte ich nicht mehr aufhören, darüber nachzudenken.

Ich bin traditionell und konservativ in England aufgewachsen und hielt diese Faszination deshalb für „ungesund“. Erst als ich älter wurde, begann ich, mein Interesse wirklich auszuleben. Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets stellte ich fest, dass ich nicht die Einzige mit diesem Fetisch war.

Von da an entwickelte sich mein Interesse weiter und weitete sich auf andere Bereiche des BDSM aus. Viele wertvolle Fähigkeiten lernte ich durch hervorragende Anleitung von wunderbaren befreundeten Mistresses, die ich in der britischen Szene kennengelernt hatte.

Mistress Danica hält einen knienden Sub am Kopf und blickt in die Kamera.
Mistress Danica demonstriert dominante Kontrolle in einer inszenierten, einvernehmlichen BDSM-Szene.

Über die Unterschiede zwischen deutschen und englischen Subs

Lady Sas: Gibt es Unterschiede zwischen deutschen und englischen Sklaven?

Mistress Danica: Lustigerweise ja. Ich finde, dass englische Sklaven schon vor jeder Erziehung bessere „Gentlemen“ sind. Sie beherrschen die Grundlagen: Sie lassen die Dame zuerst Platz nehmen, halten ihr die Tür auf und so weiter.

Deutsche Sklaven benötigen dagegen häufig mehr Erziehung, selbst bei grundlegenden Umgangsformen. Ein deutscher Sklave hatte beispielsweise das Vergnügen, mich zu einer Party zu begleiten. Er schrieb mir jedoch lediglich, dass er draußen im Auto wartete, anstatt zur Haustür zu kommen, zu klingeln und mich zum Wagen zu begleiten.

Meiner Erfahrung nach sind deutsche Sklaven außerdem häufig fordernder und versuchen eher, die Situation von unten zu kontrollieren. Zugeben würden sie das natürlich nie.
(lacht)

Die BDSM-Szene in Großbritannien

Lady Sas: Wie würdest du die BDSM-Szene in Großbritannien beschreiben?

Mistress Danica: In Großbritannien gibt es eine gute BDSM-Szene sowie einige hervorragende Partys und Veranstaltungen. Diese konzentrieren sich allerdings hauptsächlich auf London. Veranstaltungen, die ich in anderen Teilen Großbritanniens besucht habe, waren nicht so gut und teilweise eher enttäuschend.

Lady Sas: Mir scheint, dass erstaunlich viele Mistresses in London leben.

Mistress Danica: Ja, in London gibt es zahlreiche professionelle Dominas. Viele andere sind aber auch über das übrige Land verteilt. Das Zentrum der britischen BDSM-Szene liegt dennoch eindeutig in London. Dort finden auch die großen Veranstaltungen wie Pedestal und Torture Garden statt.

Lady Sas: Wie klingt es für dich, wenn ein Deutscher spricht?

Mistress Danica: Für mich klingt Deutsch inzwischen ganz normal, weil ich die Sprache fließend beherrsche. Als ich jedoch zum ersten Mal nach Deutschland kam, empfand ich sie als ziemlich hart.

Lady Sas: Gibt es etwas an den Deutschen, das du besonders lustig findest?

Mistress Danica: Mir fallen sofort einige Dinge ein: der Klassiker, Socken zu Sandalen oder Birkenstocks zu tragen, oder bei einer Erkältung einen Schal umzulegen.

Manche Deutsche sind außerdem richtige „Jobsworths“, also Klugscheißer, die einen darauf hinweisen müssen, dass man auf dem Gehweg rechts laufen soll oder von der falschen Seite auf eine Tankstelle gefahren ist. Solche Kleinigkeiten bringen mich zum Lachen.

Lady Sas: Du bist auf körperliche Züchtigung und Rollenspiele spezialisiert. Ist das typisch für eine britische Mistress?

Mistress Danica: Nein, das ist nicht unbedingt typisch für eine britische Mistress. Es handelt sich um einen eigenen Fetisch, und solche Sessions haben meist einen weniger sexuellen Charakter.

Die meisten Klienten tragen gerne Schuluniformen und wünschen sich richtigen Unterricht, nicht nur Bestrafung. Die Rollenspiele beruhen überwiegend auf Altersfantasien, etwa der Rolle eines unartigen 15-jährigen Schülers, und sind in der Regel nicht sexuell geprägt.

Wer sich auf diesen Bereich spezialisiert, bezeichnet sich häufig eher als Disziplinarin als als Mistress.

Mistress Danica über englische Erziehung

Lady Sas: Im Deutschen bezeichnet man körperliche Züchtigung häufig als „englische Erziehung“. Wie nennt man sie auf Englisch? Ich habe auch schon den Ausdruck „German“ gehört, was genau umgekehrt wäre.

Mistress Danica: Den Ausdruck „German“ habe ich noch nie gehört. Für mich bezieht sich „englische Erziehung“ auf den Rohrstock, der an den meisten britischen Schulen bis Anfang der 1980er-Jahre und an einigen Privatschulen sogar bis Anfang der 1990er-Jahre eingesetzt wurde.

Lady Sas: Du bist heterosexuell, spielst aber auch mit Sklavinnen. Wie passt das zusammen?

Mistress Danica: Ich habe früher bereits mit Frauen gespielt und empfinde das als ebenso angenehm wie das Spiel mit Männern. Ich diszipliniere gerne jeden Menschen, der Erziehung benötigt – unabhängig vom Geschlecht.

Lady Sas: Wie entspannst du dich? Welche Hobbys hast du?

Mistress Danica: Ich liebe Reiten, Fitness, Snowboarden und Reisen. Ich bin eine aktive Frau.

Lady Sas: Erzähle uns bitte noch etwas über deine Pläne für die Zukunft.

Mistress Danica: Ich werde auf absehbare Zeit in Deutschland bleiben und weiterhin regelmäßig nach England reisen. Ich möchte auch künftig viel Spaß haben und in beiden Ländern unartige Männer und Frauen korrigieren.

Lady Sas: Vielen Dank für das Interview.

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FAQs

Wer ist Mistress Danica?

Mistress Danica ist eine britische Domina, die seit vielen Jahren überwiegend in Deutschland lebt und regelmäßig nach Großbritannien reist. Sie ist besonders auf traditionelle englische Erziehung, körperliche Züchtigung und Rollenspiele spezialisiert.

Was versteht Mistress Danica unter englischer Erziehung?

Für Mistress Danica bezeichnet englische Erziehung vor allem den Einsatz des Rohrstocks, wie er früher an britischen Schulen üblich war. Dazu gehören für sie jedoch auch Disziplin, klare Regeln, gute Umgangsformen und klassische Erziehungsrollenspiele.

Welche Sessions bietet Mistress Danica an?

Mistress Danica bietet Sessions in Deutschland und Großbritannien an. Im Mittelpunkt stehen häufig Schulrollenspiele, Altersrollenspiele, Spanking und körperliche Züchtigung.

Was unterscheidet deutsche und britische Subs aus ihrer Sicht?

Nach ihrer Erfahrung beherrschen britische Subs grundlegende höfliche Umgangsformen oft besser. Deutsche Subs benötigen ihrer Ansicht nach häufiger Erziehung und versuchen eher, die Situation aus der unterwürfigen Rolle heraus zu kontrollieren.

Welche Rolle spielt BDSM in ihrem Privatleben?

BDSM ist für Mistress Danica nicht nur eine berufliche Tätigkeit, sondern ein fester Bestandteil ihrer Beziehungen. Eine rein konventionelle Beziehung kann sie sich kaum vorstellen, während sie einem Total Power Exchange offen gegenübersteht.

Spielt Mistress Danica nur mit Männern?

Nein. Obwohl sie heterosexuell ist, spielt sie auch mit Frauen. Für sie ist entscheidend, ob eine Person Disziplin und Erziehung sucht, nicht welches Geschlecht sie hat.

Von

Lady Sas ist Femdom- und BDSM-Autorin sowie Herausgeberin von Lady-Sas.com. Seit 2013 publiziert sie fundierte Guides, Interviews und Bücher zu Femdom, BDSM, Female-Led Relationships (FLR), Cuckolding, Keuschhaltung und Sissyfication. Ziel ihrer Arbeit ist es, zu informieren und zu inspirieren: Lady Sas ermutigt Frauen, ihre dominante Seite bewusst zu leben, und unterstützt Subs dabei, ihre Rolle zu finden, zu verstehen und mit Freude auszufüllen. Immer einvernehmlich, sicher und praxisnah.

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